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Klosterkirche

Heute ist der 16.12.2017.
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... errichtet um 1230 als heiliger Ort der Zisterzienserinnen - seit 1734 evangelische Pfarrkirche 

Bild oberhalb: Westseite mit altem Eingang; Südseite mit Fenstern
Bild oberhalb: Ostseite mit aktuellen Eingängen

Klosterkirche 1920Bild links: Klosterkirche im Jahre 1920 von der Straßenseite aus. Rechts daneben: Das ehemalige Forsthaus (alter Kindergarten) mit einem heute noch historisch interessanten Keller. 

Kirche 1920Bild rechts: Ebenfalls Klosterkirche im Jahre 1920 - von der Seite des alten Kindergarten aus gesehen. Ganz rechts ist noch ein Stück des ehemaligen Konventsgebäudes zu erkennen.

Vermutlich etwa um und in den Jahren nach 1230 wurde die Zisterzienserinnenabtei durch die Askanier (frühes Adelsgeschlecht) gegründet, urkundlich erwähnt erstmals im Jahre 1271. Die zur Abtei gehörende Klosterkirche wurde etwa zur gleichen Zeit, also um 1230, als Gothischer Feldsteinbau zum Gotteshaus der Zisterzienserinnen erbaut. Nach der Fertigstellung wurde sie (wie auch das Kloster) der Jungfrau Maria geweiht. Original sind noch ein großer Teil des Fußbodens, zum Teil auch die Grundmauern. Nach der Errichtung hatte die Kirche im Inneren ein hölzernes Tonnengewölbe, das in der Zeit von 1752-1755 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Die Kirche erhielt zu dieser Zeit einen neuen Dachstuhl mit Ziegeleindeckung. Die drei Ostfenster sind heute zugemauert und nur noch als Andeutung erkennbar. An der Nord- und an der Südseite gab es Portale, die heute nur noch in Ansätzen erkennbar sind. Vermutlich gab es einen Verbindungsgang zwischen Kloster und Kirche, der heute nicht mehr vorhanden ist.

Das Gebäude zerfiel jedoch, nachdem es Kloster und Nonnen ab Mitte des 16. Jh. nicht mehr gab. Die Nonnen mussten 1540 die kurfürstliche Kirchenordnung annehmen und 1546 die Klostergüter an den Kurfürsten abtreten. Im Jahre 1568 traten die Nonnen auch ihre Wohnansprüche ab. Damit war das Ende des Zisterzienserklosters endgültig besiegelt. Generell wurden in Deutschland in der Reformationszeit des 16. Jahrhunderts viele Zisterzienserklöster in den evangelischen Gebieten geschlossen und die Kirchen zu evangelischen Pfarrkirchen umgewandelt. In Friedland jedoch stand die Klosterkirche nach der Reformation 200 Jahre leer. Vor 1734 gab es in Friedland eine evangelische Stadtkirche (Fachwerkkirche). Sie stand mit umgebenden Friedhof auf dem Gelände zwischen der alten Schule (erbaut 1893) und dem heutigen Gasthof "Zur Wende" - damaliger Ortseingang von Osten. 1733 war diese Stadtkirche so baufällig, dass sie abgerissen werden musste. Deshalb wurde ab 1734 die ehemalige Kirche der Zisterzienserinnen als evangelische Pfarrkirche genutzt und hierzu umfassend erneuert. Für den Umbau und die die Renovierung der Kirche wurden rund 1500 Taler ausgegeben. Bei den Umbauarbeiten wurden auch die Begräbniskruft unter der Kirche verschlossen (Bestattungen bis ins 18. Jahrhundert) sowie der Altar und die Barockkanzel aufgestellt.

Kloster und Kirche 1920Bild Links: Klosterkirche im Jahre 1920 aus der Sicht des Kietzer See. Davor: Regenwiesen, dann Pfarrhausscheune und Pfarrhaus.

Aus der Stadtkirche wurden 1733 die beiden Glocken in die Klosterkirche übernommen. Eine dritte Glocke (aus Bronze) wurde 1735 von Markgraf Karl gespendet. Sie ist bis heute erhalten. Die beiden Glocken aus der ehemaligen Stadtkirche jedoch nicht: Sie wurden eine im ersten und eine im zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. Eine Stahlglocke von der Firma Franz Schilling in Apolda kam 1952 zu der alten Bronzeglocke des Markrafen Karl.

Bereits im Jahre 1755 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt. Das Dach musste abgetragen und durch ein neues ersetzt werden. Möglicherweise wurde erst hierbei das alte hölzerne Tonnengewölbe entfernt.

Ein Kirchturm der Klosterkirche wurde im Jahre 1814 gebaut. Er war ursprünglich durch Karl Friedrich Schinkel als Doppelturm mit zwei Türmen geplant worden, wobei dieser Entwurf nicht umgesetzt wurde. Der neue Turm erhielt eine Wetterfahne und auch eine Turmuhr (Christian Moellinger aus Berlin; 262 Taler). Bei einer erneuten Restaurierung im Jahre 1835 wurden die Orgelempore und die Emporen an den Seiten gebaut. gleichzeitig erhielt die Kirche einen weißgrauen Innenanstrich, bei dem auch die Reste von Wandmalereien aus der Klosterzeit überstrichen worden sind. 1836 wurde eine Buchholzorgel auf der Westempore aufgebaut. Im Jahre 1864 wurde für 2.000 Taler auf Veranlassung des Patrons Heinrich August Graf v. Itzenplitz der Kirchturm auf der Westseite neu gebaut - stilwidrig aus Backsteinen. Auf die Westseite wurde nun auch der Eingang verlegt (derzeit gesperrt; deshalb heute der Eingang an der Ostseite). Nicht dokumentiert ist, ob eine neue Turmuhr eingebaut wurde oder die alte Turmuhr aus dem Jahre 1814 wieder verwendet wurde. Diese Turmuhr war bis 1945 in Betrieb, wurde dann durch Kriegseinwirkungen stark beschädigt.

In den Jahren 1936-1938 wurde die Kirche auf Initiative von Karl von Oppen und dem Pfarramt (Pfarrer Schliephacke) abermals restauriert. In dieser Fassung ist der Kirchbau bis heute im Wesentlichen erhalten, wenngleich die Kirche im Jahre 1945 stark beschädigt wurde. Auch die alte Buchholz-Orgel aus dem vorigen Jahrhundert wurde zu Kriegsende durch Vandalismus irreparabel beschädigt. Eine Gedenktafel zum Gedenken an die Opfer des Krieges und der Gewalt fand in der Klosterkirche Platz - gespendet von der Familie von Oppen.
Während des zweiten Weltkrieges wurde die Kirche für die Auslagerung von Akten des Auswärtigen Amtes genutzt. Zu Ende des Krieges wurde die Kirche stark beschädigt. In den Jahren 1948/49 wurden die Sitzbänke und der Altar durch den Altfriedländer Stellmacher Dumke neu hergestellt, nachdem die vorherige Bestuhlung verheizt worden war. Es wurden die Fenster wieder neu eingesetzt. Der Innenanstrich, die Decken- und die Altarbemalung aus dem Jahre 1938 blieben erhalten. Nachdem die alte Buchholz-Orgel zerstört war, wurde eine neue Orgel im Jahre 1954 eingebaut (Erbauer: Alexander Schuke, Potsdam - die Firma besteht seit 1820, heute Matthias Schuke in den Havelauen Werder).

Innenausstattung

Hier in Kurzform. Mehr Einzelheiten in der Zusammenstellung von Dieter Arndt, die in der Kirche ausliegt.

Deckenbemalung: Entanden in der Zeit 1936-38. Die Bilder auf der Ostseite (vorderer Steil der Kirche) stellen die Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes dar. In der Mitte des Ostteils ist einer strahlenden Sonne mit einer Taube (Symbol des heipigen Geistes) , umrundet von 14 Engeln. Im hinteren Teil der Kirche (Westseite) befinden sich vier musizierende Engel. Der Spruch "Ehre sei Gott in der Höhe" ist Bestandteil der Liturgie (EG 180.1).

 

Bild links: Altar und Kanzel.
Bild rechts: Taufschale.
Auf dem Altar liegt eine lutherische Bibel aus dem Jahre 1948. Die beiden Leuchter stammen von der Familie von Oppen aus den 1920er Jahren. Beim Abendmahl stehen weiterhin der Hostienteller und der Abendmahlskelch auf dem Altar. Das Tuch am Altar entspricht der Farbe des liturgischen Jahres.

Kanzel: aus Holz im Jahre 1733 gebaut (wahrscheinl. Bildhauer Johann Georg Glume). Die barocke Kanzel hat Ähnlichkeiten mit der Kanzel in der Potsdamer Garnisionskirche (Modell oder Nachbau in kleinerem Format aus Holz für Potsdam ist möglich, aber nicht nachweisbar). In Altfriedland sind im Dreieck des Strahlekranzes drei Flammen dargestellt - steht für Dreifaltigkeit (nicht ein Auge, wie In Potsdam). Die Aktualisierung der Bemalung und die Vergoldung der Kanzel stammen aus dem Jahre 1957.
Taufschale: Der Taufständer stammt wahrscheinlich zeitgleich mit der Schaffung der Kanzel (1733), ebenso die Taufschale. Die Schale wurde 1945 bei der Plünderung beschädigt; es musste ein neues Stück eingefügt werden.

Orgel: 1836 Buchholz-Orgel eingebaut, unrettbar stark beschädigt und geplündert 1945. Im Jahre 1954 Neubau durch die Firma Schuke. Die Firma baute 1981 unter anderem auch die Konzertorgel für das Leipziger Gewandhaus. Mechanische Schleifladenorgel mit 2 Manualen, 12 Registern und 840 Pfeiffen.

Totenkronen: aus dem 19. Jh.; ursprünglich 22 Stück, heute noch 4 als Nachbildungen auf den originalen Epitaphientafeln.

Fußboden: Eingelassene Rosette aus der Anfangszeit der Kirche. Ebenso ein Handabruck ("Teufelskralle") 4 Steine von der linken Kante der vorderen Mittelbank.

Glocken: installiert 1733. Die ursrpünglichen beiden Glocken warden bald nach ihrer Installation beschädigt (runter gefallen, die andere gesprungen), so dass sie nicht mehr verwendet werden könnten und später eingeschmolzen wurden. 1735 spendete Markgraf Carl eine dritte Glocke, die jetzt noch läutet.

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